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Osnabrücks höchste Ausstellung

„Bis in den Himmel – Kirchenbau im Mittelalter“

Osnabrück ist reich an mittelalterlichen Bauformen und Baustilen. Die Kirchen des Mittelalters prägen unser Stadtbild, wir kommen täglich an ihnen vorbei – trotzdem nehmen wir sie oft nur als Denkmale längst vergangener Zeiten wahr.
Hoch über den Dächern der Stadt, im Turm der spätgotischen Kirche St. Katharinen, gibt es nun die Möglichkeit, sich 700 Jahre zurückzuversetzen in die Zeit der Entstehung der großen Kirchen des Mittelalters: In der Ausstellung „Bis in den Himmel – Kirchenbau im Mittelalter“, kann eine Reise zu den mittelalterlichen Kirchenbaustellen unternommen werden.
 
Vor allem junge Besucher, aber natürlich auch Erwachsene, sollen auf dieser Zeitreise verschiedenen Fragen selbst auf den Grund gehen können:
Warum haben die Baumeister des Mittelalters genau diese Bauformen gewählt? Welche Bauformen waren damals modern?
Was musste der Baumeister beachten, wenn er den Auftrag bekam, eine Kirche zu bauen?
Was ist das Besondere an den mittelalterlichen Kirchen Osnabrücks? Wie könnte Osnabrück zur Entstehungszeit dieser Bauten ausgesehen haben?
Und wie war es damals möglich, ohne Maschinen und technische Geräte diese mächtigen Bauten zu errichten?
 
Die einzelnen Abteilungen der Ausstellung thematisieren daher die Architekturformen und Baustile des Mittelalters sowie die Funktionen und Bedeutungen der Bauteile einer Kirche. Zudem geben sie eine Vorstellung von der Stadtentwicklung im Mittelalter in Zusammenhang mit dem neuen Kirchenbau. Dabei lädt die „Architekturausstellung zum Mitmachen“ den Besucher ein, die mittelalterliche Bauweise an verschiedenen Modellen und Probierstationen selber zu erforschen und zu entdecken.
 
Entstanden ist diese Architekturausstellung für Jung und Alt im Rahmen eines Studentenprojekts des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück unter Leitung von Hanna Dornieden. Viele Objekte konnten im letzten Jahr bereits im Akzisehaus des Kulturgeschichtlichen Museums im Rahmen der Sonderausstellung „In die Wüste gebaut – 1000 Jahre Stiftskirche St. Johann“ unter die Lupe genommen werden. Nun wird die Ausstellung an einem neuen, spannenden Ort, dem ersten Turmgeschoß von St. Katharinen, dauerhaft gezeigt.  
 
Dafür wurde die Ausstellung vor allem im Bereich des „mittelalterlichen Baubetriebs“  erweitert. Ein großes Funktionsmodell einer mittelalterlichen Kirchenbaustelle, gebaut von dem Modellbauer Paul Hahn, zeigt alle Arbeitsschritte von der Fundamentgrube bis zum Gewölbebau, zeigt die verschiedenen Berufsgruppen, die damals auf der Baustelle arbeiteten und verrät, welche Tricks man damals benutzte, um zum Beispiel einen solch enormen steinernen Turm wie den von St. Katharinen zu errichten.
 
Umgeben von den meterdicken, jahrhundertealten Turmmauern kann die Architektur des Mittelalters in St. Katharinen also hautnah erlebt werden.
 
Besichtigungsmöglichkeiten bestehen zur Zeit leider noch nicht. Wir hoffen, die Ausstellung bald Besuchern zugänglich machen zu können, damit Sie sich auf die Forschungsreise ins Mittelalter begeben können.