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20.11.2018

Lesung und Musik - 28. November um 20 Uhr

Stefan Zweig: Georg Friedrich Händels Auferstehung 1741

„Der Diener Georg Friedrich Händels saß am Nachmittag des 13. April 1737, auf das sonderbarste beschäftigt, vor dem Paterrefenster des Hauses in der Brookstreet. Er hatte ärgerlich bemerkt, dass sein Tabakvorrat aus gegangen war, und eigentlich hätte er nur zwei Straßen weit zu laufen gehabt, um sich in der Bude seiner Freundin Dolly frischen Knaster zu besorgen, aber er wagte sich nicht vom Hause aus Furcht vor seinem jähzornigen Herrn und Meister. Georg Friedrich Händel war in vollsaftiger Wut aus der Probe nach Hause gekommen, prallrot das Gesicht von aufwallendem Blut und dick die Adersträhnen an den Schläfen, mit einem Knall hatte er die Haustür zugeworfen und wanderte jetzt, der Diener konnte es hören, so heftig im ersten Stock auf und ab, dass die Decke bebte: es war nicht ratsam, an solchen Zorntagen lässig im Dienste zu sein.“

So beginnt die Erzählung, die Stefan Zweig in seinem Buch „Sternstunden der Menschheit“, in dem der Autor verschiedene einzigartige Momente der Geschichte schildert, die weitreichende ,zeitenüberdauernde Folgen hatten und bis heute Gültigkeit besitzen. In unserem Falle handelt es sich um die Ereignisse um die Entstehung des wohl bekanntesten Werkes aus der Feder Georg Friedrich Händels des „Messias“, so, wie sich der Autor Zweig dies vorgestellt hat. Die bekannte Schauspielerin Dörte Steindorff-Schulte wird den Text lesen. Die Musik des Abends ist eine Auswahl von Chören und Musikzitaten aus dem Oratorium „Messias“ von Händel, die für diesen Zweck in reduzierter Fassung mit Chor und Cembalocontinuo dargeboten wird. Die Besucher der Veranstaltung bekommen auf unterhaltende Weise eine Hintergrundgeschichte zum „Messias“ geliefert, gleichzeitig schon einen klanglichen Vorgeschmack auf das gesamte Oratorium, das am Samstag, 8. Dezember in St.Katharinen aufgeführt wird.

 

Mittwoch, 28. November 2018, 20 Uhr

Dörte Steindorff-Schulte, Lesung

Bach-Chor unter der Leitung von Kreiskantor Arne Hatje

Eintritt frei.