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29.10.2013

Osnabrücker Friedensorgel

Am 25. Oktober, dem Osnabrücker Friedenstag, lud die Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Katharinen und der Verein zur Errichtung der Friedensorgel daher zur Orgel-Ouvertüre ins Steinwerk St. Katharinen. Im Rahmen dieser Veranstaltung übernahm der Botschafter des Königreiches Schwedens Staffan Carlsson die Schirmherrschaft über dieses besondere Projekt.

Die Ott-Orgel in der St. Katharinenkirche ist in die Jahre gekommen. Wiederholt ist von Orgel-Fachleuten bestätigt worden, dass die bestehende Orgel den musikalischen Ansprüchen an den dort tätigen A-Musiker und Kreiskantor nicht genügt und eine Sanierung nicht rentabel wäre. Nachdem inzwischen bereits Teile der Orgel stillgelegt werden mussten, ging für den Kirchenvorstand kein Weg daran vorbei, den Neubau einer Orgel für die historische Kirche zu beschließen. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Kirchenmusik in der Gemeinde und für die Stadt Osnabrück stellt sich dabei die Frage nicht, ob in der heutigen Zeit ein Orgelneubau noch zu rechtfertigen sei. Dennoch beweist die Gemeinde mit dem Entschluss, durch den Bau einer Friedensorgel ein weithin sicht- und hörbares Zeichen für den Frieden zu errichten, den Mut, Kirchenmusik in einen größeren gesellschaftlichen Kontext zu stellen: eine Orgel als klingendes Symbol des Friedens. Die Osnabrücker Friedensorgel ist gedacht als ein interkultureller und interreligiöser Treffpunkt im Zeichen der Musik. Sie steht für Begegnung, Austausch, Verständnis, Versöhnung und Toleranz.

Die Umsetzung dieser Friedensidee wird zukünftig durch verschiedene Veranstaltungen und Angebote erreicht. So sind Konzerte mit ausländischen Instrumentalisten und Chören geplant, etwa aus den Partnerstädten der Stadt Osnabrück, Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück, der Stadt Osnabrück und anderen Kulturschaffenden der Stadt und der Region. Eine bedeutende Stellung werden dabei Veranstaltungen anlässlich besonderer Gedenktage einnehmen, etwa der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar oder das Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai. Die evangelisch- lutherische Landeskirche Hannover hat die Wichtigkeit des Friedensorgel-Projektes anerkannt und die umfangreiche Förderung des Orgelbaus zugesagt. Der Kirchenkreis Osnabrück, die Kirchengemeinde und der stetig wachsende Orgelbauverein fördern die Arbeit durch die Bereitstellung von Personal und Finanzen.

Als Auftakt für das auf mehrere Jahre angelegte Projekt haben die Kirchengemeinde und der Verein zur Errichtung der Friedensorgel am 25. Oktober Gäste aus Politik und Gesellschaft sowie Kulturschaffende und Förderer der Orgel zur Orgel-Ouvertüre in das Steinwerk St. Katharinen eingeladen. Ehrengast der Veranstaltung war der Botschafter des Königreiches Schweden Staffan Carlsson, der im Rahmen dieser Veranstaltung die Schirmherrschaft für die Friedensorgel übernahm. Staffan Carlsson zeigt sich sowohl als bekennender Christ und Bach-Liebhaber wie auch durch seinen vielfältigen Einsatz für eine aktive Friedenspolitik als ein geradezu idealer Pate für die Vision einer Friedensorgel. Ein wichtiges Projekt, für das der schwedische Botschafter in der Vergangenheit eingetreten ist, ist z.B. die Einrichtung eines Europäischen Friedensinstituts. Als höchster Vertreter des Königreichs Schwedens erinnert er zugleich an die Schwedische Gesandtschaft während der Verhandlungen für den Westfälischen Frieden, die 1643-1648 die Katharinenkirche für Verhandlungen und Beratungen nutzte.

Als Gast der Stadt Osnabrück wurde Staffan Carlsson am Vormittag im Friedenssaal des Rathauses empfangen und trug sich dort in das Goldenen Buch der Stadt ein. Am Nachmittag nahm er Osnabrücker Steckenpferdreiten teil und wurde dabei Zeuge dieser ganz besonderen Friedenstradition.

Die Umsetzung der Vision von der Osnabrücker Friedensorgel wird in den Jahren 2014 - 2018 parallel zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren verlaufen. Im Jahr 2018, in dem sich auch der Ausbruch des 30-jährigen Krieges zum 400. Mal jährt, soll dann in der Katharinenkirche ein Ort der Begegnung über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg bestehen, ein Ort, der Musik und Frieden schafft: die Osnabrücker Friedensorgel.