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09.03.2018

Symphonische Musik Syriens

Missa pro pace terrae in tempore fugae & Symphonische Musik Syriens
Vokalensemble Marienhain
Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) Robert Eilers, Dirigent    

Krieg, Terror und Flucht fordern die Welt heraus und unterziehen unsere Werte einer Belastungsprobe, wie wir sie in Mitteleuropa lange nicht sahen. Viele Flüchtlingsinitiativen machen aber Mut.

In dieser herausfordernden Situation, da der Streit um den richtigen politischen Kurs die Gemüter bewegt und die Meinungen spaltet, soll die Missa pro pace terrae in tempore fugae (Messe für den Frieden in Zeiten der Flucht) ein hörbares und sichtbares Zeichen dafür sein, worin Menschen bei aller Unterschiedlichkeit einig sein müssen: nämlich im Streben nach Frieden.

Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Navid Kernani war auf die persönliche Anfrage des Komponisten Constantin Grun begeistert von der Projektidee und steuerte eigene Texte, die Szenen der Flucht und der Rettung hautnah lebendig werden lassen, aber auch nicht auf die Reflexion des Geschehenen verzichten, zu diesem Projekt bei.

Die Komposition soll ein musikalisches Integrationsprojekt sein: So wie sie einerseits den klassischen christlichen Messetext mit modernen Texten verbindet, so soll sie auch durch das gemeinsame Musizieren der europäischen Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles Marienhain und den syrischen Orchestermusikerinnen und Orchestermusikern, die sich im Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) zusammengeschlossen haben, verbindend wirken.

Im Spannungsfeld zu diesem Werk stehen im zweiten Teil Werke syrischer Komponistinnen und Komponisten. Dabei handelt es sich ausschließlich um Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, die im Gegensatz zur europäisch-westlichen zeitgenössischen Musik eng mit den Volksmelodien und Rhythmen verbunden ist bzw. sich aus diesem entwickelt hat. Das Repertoire des Orchesters umfasst Werke syrischer Komponisten der ersten Stunde wie Nuri El Ruheibany (*1939) und Dia Succari (1938-2010) bis hin zu den Komponistinnen und Komponisten der jüngeren Generation wie Suad Bushnaq (*1983), Jehad Jazbeh (*1985) und Kareem Roustom (*1976).

Das Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) ist das erste Sinfonieorchester professioneller syrischer Orchestermusikerinnen und -musiker, die in verschiedenen Ländern der EU in der Diaspora leben und sich als ein syrisches „Exil-Orchester“ zusammengeschlossen haben. Dieser besondere Klangkörper steht unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen, Dr. Henning Scherf.

2015 in Deutschland vom Kontrabassisten Raed Jazbeh gegründet, ist dieser Klangkörper das erste syrische Exilorchester der Welt und hat sich seit seiner Gründung das Ziel gesetzt, ein Bild des kulturellen und musikalischen Reichtums Syriens jenseits von Flüchtlingsströmen und zerstörten Städten zu zeichnen und die Vision eines friedvollen Syriens als dessen Botschafter immer wieder „herbeizuspielen“.

SEPO will damit die mediengeprägt defizitäre Wahrnehmung des aktuell „syrischen“ Themas Krieg, Zerstörung und syrische Flüchtlinge aufbrechen und als eine erweiterte Sichtweise:

die syrischen Flüchtlinge als starke und kreative neue Mitglieder unserer Gesellschaft zeigen, die viel zur Gemeinschaft beitragen wollen.

Der Gründer des SEPO, der Kontrabassist Raed Jazbeh, wuchs in Aleppo auf, studierte Musik und Kunst in Damaskus und kam 2013 als Mitglied einer Orchestertournee nach Berlin, als Freunde ihm von der Wiedereinreise nach Syrien abrieten. Nachdem er im Flüchtlingsheim angekommen war, spielte er Kammermusik für Freunde und Gemeindezentren. Schon nach kurzer Zeit suchte er den Kontakt zu Freunden und Kollegen aus Syrien und fand diese in Deutschland und ganz Europa wieder.

Nach Auftritten im Konzerthaus Berlin und auf Konzertpodien wie der Elbphilharmonie in Hamburg, in Bern, Malmö, Brüssel, Athen u.a. kann das SEPO bereits jetzt als ein wichtiger Teil der vielfältigen europäischen Kulturszene betrachten werden.

Das Vokalensemble Marienhain aus Vechta, 1998 von Robert Eilers gegründet, gehört zu den wichtigsten Vermittlern von barocker, klassischer und zeitgenössischer Chormusik in der Region, das sich mit vielfältigen, innovativen und umfassenden Programmen und z ahlreichen Auftritten in Konzertreihen und eigenen Konzertprojekten weit über Vechta hinaus profiliert hat.

Das Vokalensemble unter Robert Eilers erarbeitet lebendige Programme mit einem Repertoire, das die Literatur aller Epochen und Stile umfasst.

Ein besonderes Augenmerk des Vokalensembles gilt der Vielfalt und dem Reichtum der Vokalmusik und Tradition anderer Länder und Sprachen.

Ausführende
Rasha Rizk, Sopran
Mirna Kassis, Alt
Johannes Weiss, Tenor
Falko Hönisch, Bass
Jehad Jazbeh, Violine und Konzertmeister 
NN, Sprecher

Eintritt: VVK 15 Euro, erm. 10 Euro (zzgl. VVK-Gebühr), AK 20 Euro, erm. 15 Euro, KUKUK-Kartenkontingent unbegrenzt

Vorverkauf: Tourist-Information Osnabrück
Veranstalter: Büro für Friedenskultur in Kooperation mit St. Katharinen
Informationen: Büro für Friedenskultur, Tel. 0541/323-2462 oder acarosnabrueck.LÖSCHEN.de